Irma Kapeller, O.T., 2016
MAERZ Bildende Kunst

Irma Kapeller Armin Andraschko

Ausstellungseröffnung: Dienstag, 13. Juni 2017, 19:30 Uhr
mit: Irma Kapeller, Armin Andraschko

 

Die beiden MAERZ-Mitglieder Irma Kapeller und Armin Andraschko zeigen in der letzten Ausstellung der MAERZ vor der Sommerpause Arbeiten der letzten Jahre. Im übrigen ist die nicht die erste Gemeinschaftsausstellung der Beiden, vor fünfzehn Jahren stellten die Künstlerin und der Künstler ihre Arbeiten in einer gemeinsamen Ausstellung aus, damals  noch in den alten Ausstellungsräumlichkeiten der MAERZ am Taubenmarkt.

Armin Andraschkos kleinformatige Zeichnungen (meist A4), die stets Wort und Bild miteinander kombinieren, sind, laut Martin Hochleitner, „nicht nur eine Form der unmittelbaren und spontanen Notation des Künstlers, sondern vor allem auch Ausdruck eines hohen Maßes an Authentizität. Diese zeichnet Andraschko aus. Sie ist Kennzeichen seines bisherigen  zeichnerischen Tuns.“

Authentizität ist auch ein Charakterzug der Linzer Künstlerin Irma Kapeller. Kapeller installiert einerseits Flächen abgezogener Haut. Haut als
Fläche, Bild und Bildträger, als Hülle und strukturelle Landschaft mit individuellen Botschaften. In anderen Werkserien überträgt die Künstlerin Spuren und Risse der Wandoberfläche von Gebäuden auf Latex.

Biografie Armin Andraschko:

Geb. 19.05.1961 in Linz
Als Künstler Autodidakt
Seit 2001 Mitglied der Künstlervereinigung Maerz

„Meistens geht alles automatisch, die Hand zeichnet ohne mein Zutun und die Farben, die ich benötige, stehen neben mir, sollten sie nicht direkt neben mir stehen, wären es ja ohnehin nicht die richtigen Farben gewesen, außerdem ist mir Farbe an sich egal.
Linien sind mir viel wichtiger, Linien und Wörter, ich arbeite schnell und korrigiere nicht, ich schreibe und zeichne ohne zu wissen, ohne zu denken, ohne eine Vorstellung des Fertigen zu haben, aber ich überlasse nichts dem Zufall. Ich will in meiner künstlerischen Arbeit keine vordergründigen Inhalte und gesellschaftspolitische Halbweisheiten transportieren, ich will nichts Gutes hervorheben oder Böses verdammen.“ (Zitat A. Andraschko)

Biografie Irma Kapeller:

*1965 Bad Leonfelden
lebt und arbeitet in Linz

bis 1997
Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz (Prof. Erwin Reiter)

Stipendien
1998
Arbeitsstipendium, Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr

Preise
1997
Würdigungspreis des Bundesministeriums für Wissenschaft und Verkehr
Kunstförderungspreis des Diözesankunstvereines Linz 
 

"Die Linzer Künstlerin Irma Kapeller beschäftigt sich in ihrer künstlerischen Arbeit mit Abdrücken, Oberflächen und Spuren im Kontext von Materialität und Zeitlichkeit. Seit nahezu zwanzig Jahren sammelt die Absolventin der Studienrichtung Bildhauerei an der Linzer Kunstuniversität Abdrücke von Oberflächen: von Haut als menschlicher Oberfläche,  der Erdoberfläche auf öffentlichen Plätzen in unterschiedlichen Ländern und an unterschiedlichen Orten, von Architektur als schützender Hülle und der Oberfläche von Objekten, die dem Kreislauf der Natur preis gegebenen sind.

Risse und Sprünge, die Kargheit des vom Lauf der Natur gezeichneten Betons und der Steinoberflächen zeigen im Abdruck der Künstlerin ungeahnte ästhetische Qualitäten.

Die Oberfläche ist in den Arbeiten von Irma Kapeller Ort der Kommunikation, an dem Narben der Zeit haften bleiben und sich in Form von Verdichtungen und Kerben Leben regt. Sie sind Speicher der Zeit und verdichtete Orte von Werden und Vergehen.

Die Abdrücke entstehen, in dem der ausgewählte Bereich der Bodenfläche mit mehreren Schichten von Latex abgenommen und auf einem Trägermaterial festgehalten wird. Die Abdrücke sind Momentaufnahmen und greifen ein vermeintlich unscheinbares Detail eines großen Areals heraus.
Die einzelnen Teile stellt die Künstlerin zu Serien, Triptychen oder großformatigen Wandarbeiten zusammen. Die Detailaufnahmen treten miteinander in Dialog und werden dabei zu spannungsreichen grafischen Strukturen und Kompositionen. Die von unzähligen Menschen im Laufe der Zeit begangenen Bodenflächen von Hinterhöfen, Kirchenvorplätzen, Stiegen und öffentlichen Plätzen werden zu Bildern, die zum Schauen und Innehalten einladen."
(Text: Dr. Martina Gelsinger)