MAERZ Bildende Kunst

Die auf dem Boden Liegenden, liegen Gelassenen

Ausstellungseröffnung: Dienstag, 7. Mai 2013, 19.30 Uhr
KünstlerInnen: ca. 80 Künstler und Künstlerinnen aus der ganzen Welt

Ausstellungsdauer: 8. Mai-14. Juni 2013

Die diagrammatische Ausstellung versammelt etwa 80 Künstler und Künstlerinnen aus der ganzen Welt. Diese haben dokumentarisches Material aus ihren eigenen Werken und ihrer Praxis der Performance -, Life Art gesendet. Photos, Texte und Relikte bilden den Korpus der Ausstellung. Kontrapunktisch werden Materialien zu ethnographischen und anthropologischen Sichten des menschlichen Tuns gruppiert.

Boris Nieslony, Gerhard Dirmoser und Sibylle Ettengruber bei der Ausstellungseröffnung Foto: Daniel Hawelka

The lying on the floor, abandoned to lie / Die auf dem Boden Liegenden, liegen Gelassenen 

Erstmal herzlichsten Dank an alle KünstlerInnen und Künstler die durch ihre Beteiligung die Ausstellung, diese kontextuelle Untersuchung „Material in Performance“, ermöglicht haben.

Es haben uns 76 Päckchen und Pakete erreicht. Des Weiteren wurden aus dem Performance Archiv „Black Kit“ etwa 80 „Belege der Differenzierung“ ausgewählt.

Weiteren Dank an Gerhard Dirmoser, der uns mit Rat und Tat unterstützte, sonst wären wir  einerseits in zeitlichen Verzug geraten und andererseits ist er der eingefleischte Diagrammatiker und seinen Blick auf die Dinge war unerlässlich. Alles ging gut aus, die thematischen Cluster zeigten sich und die Eröffnung war sehr gut besucht.

Ausstellungseröffnung Foto: Daniel Hawelka

Wir werden im Laufe der Ausstellungsdauer kontinuierlich den blog erweitern, die websites der beteiligten KünstlerInnen einfügen, vervollständigen, Texte, Kommentare und Photos aufladen. Jetzt sind bereits Photos der Eröffnung und des Aufbaus zu sehen. Es werden auch die Namen der KünstlerInnen eingefügt, von denen Photos aus dem Archiv genommen wurden. Der blog:

http://thelyingonthefloorabandonedtolie.blogspot.co.at/

Was ist zu sehen?

Die konzeptuelle Vorlage – das Material an Hand der sichtbaren Teile des Leibes zu ordnen – hat 16 Sektionen ergeben und einige Trabanten. Jede Sektion beinhaltet Texte, Relikte, Demonstrationsmaterial, Objekte und Photos.

Das einzige Elektronische, das installiert wurde, waren die Stimmen zweier Stimmkünstler in einem Raumsegment der Ausstellungsräume. Um die Stringenz der Untersuchung zu gewährleisten, ist auf Video und bewegte Bilder verzichtet worden.

Jede Sektion wurde clusterartig konzentriert. Einige Leibsichten sind zusammengefasst worden, andere werden in Zukunft aufgeteilt werden müssen. Klassisch, das Aufscheinen, was alles fehlte. Unterbesetzung. Es wurden alle KünstlerInnen berücksichtigt, manchmal in mehreren Clustern

 Jedes Cluster wurde durch eine Auflistung eingeführt, die nun stetig bearbeitet wird – für nächste Recherchen und direkte Einladungen.

Ausstellungseröffnung Foto: Daniel Hawelka

In jedem thematischen Cluster sind die verschiedenen Bewegungs- und Handlungsmuster der Dokumente zueinander geordnet. Der entstehende Kontext verweist auf Ähnlichkeit, Andersartigkeit und Formen der Differenz. Das visuelle Zueinander erzeugt komplexe Spannungen der diversen Sichten von dem sich jedes Thema nährt und Sinn entwirft.

Neben dem Material der Zusendungen und dem Material aus dem Performance Archiv nutzten wir auch Exponate aus der Sammlung Das Anthropognostische Tafelgeschirr.  Dies ist eine Sammlung aus Texten zu etwa 800 Begriffen und tausende Photos (meist aus Presseerzeugnissen) über menschliche Tätigkeiten, Handlungen, Rituale aus dem täglichen Leben, der Welt der Zivilisation, Sozialisation und Kultur von unterschiedlichsten Völkern (meist durch Verben geordnet).

Diese ethnographischen und anthropologischen Studien ermöglichen Vergleiche und Hinweise auf Grundlagen von Bewegungsmustern, die sich auch in der Performance Art zeigen.

Der Erfolg der Ausstellung, wie er uns zur Eröffnung entgegen kam, ermutigt uns, diese Form der Forschung zu erweitern und an weiteren Orten zu zeigen. Der Gedanke, dass Archive, besonders Performance Archive, kontinuierlich Öffentlichkeit generieren sollten findet hier einen Weg und Richtung.

[Sibylle Ettengruber, Boris Nieslony]