MAERZ Bildende Kunst:

neu in der MAERZ

Ausstellungseröffnung: Dienstag, 12. Juni 2012, 19.30 Uhr
Künstler/-innen: Elisa Andessner, Wolfgang Fuchs, Reinhard Gupfinger, Michael Hazod, Stefan Maria Heizinger, Sabine Jelinek, Martin Sturm, Norbert Trawöger

Ausstellungsdauer: 13. Juni - 27. Juli 2012

 

Die Künstlervereinigung MAERZ stellt die 2011/2012 neu aufgenommenen Mitglieder vor.

 

In diesem bereits vertrauten Ausstellungsformat gibt es für neu aufgenommene Mitglieder die Gelegenheit, ihre Arbeiten vorzustellen. Es sind dies Elisa Andessner, Reinhard Gupfinger, Stefan Maria Heizinger, Sabine Jelinek und Martin Sturm aus dem Bereich Bildende Kunst und die Musiker Wolfgang Fuchs, Michael Hazod und Norbert Trawöger.

 

Seit ihrer Gründung 1913 hat sich die MAERZ (damals der MAERZ) als spartenübergreifend verstanden und immer neue Mitglieder aus bildender Kunst, Literatur, Musik und Architektur dazugewonnen. Auch wenn in Zeiten grenzüberschreitender und disziplinenübergreifender Kunstpraxis die Betonung auf die Spartenvielfalt der MAERZ etwas anachronistisch wirkt, so sollte trotzdem daran erinnert werden, dass der Dialog zwischen den Disziplinen, zwischen Kunstschaffenden verschiedener Disziplinen, verkörpert in der Institution der MAERZ, mittlerweile in seinem einhundertsten Jahr Programm ist.

 

Dass Kunstproduktion nicht mehr unbedingt entlang überschaubarer Kategorien und innerhalb disziplinärer Grenzen vor sich gehen muss, zeigt sich am Beispiel der neu aufgenommenen Musiker. Längst hat sich eine Ästhetik der Notation und Partitur eröffnet und neu erschlossene soziale Räume und Aktionsfelder, wie z.B. Festivals ermöglichen Spielräume sowohl für visuelle, installative als auch performativ-musikalische Beiträge. "Neu in der MAERZ" stellt Werke aus diesem Umfeld vor. Darüber hinaus haben sich die Musiker auch temporär zu einer Formation zusammengeschlossen, um am Eröffnungsabend ein ca. 8-minütiges Stück zur Aufführung zu bringen. (Norbert Trawöger: Flöte; Wolfgang Fuchs: turntables; Michael Hazod: Gitarre) 

 

Das Beispiel der Hybridisierung in der Kunstproduktion lässt sich mit Reinhard Gupfinger fortsetzen. Selbst Mitglied in verschiedenen Experimentalbands, sieht er sich in erster Linie als Künstler und Forscher akustischer Räume und beschäftigt sich mit psychoakustischen Auswirkungen des Schalls auf den Menschen. In der Ausstellung wird die interaktive Klanginstallation IIE gezeigt.

 

In den Nachthimmelaufnahmen Sabine Jelineks werden die technischen Möglichkeiten des Mediums Fotografie ausgelotet und dadurch Wahrnehmungsräume für den Betrachter erweitert.

 

Die Performancekünstlerin Elisa Andessner inszeniert in ihren fotografischen Beiträgen mithilfe von Schauspielerinnen, Tänzerinnen Elemente des Performativen.

 

Die Arbeiten von Martin Sturm, Malerei, und Stefan Maria Heizinger, fotografische Installation, scheinen sich auf den ersten Blick einer konzeptuellen Lesbarkeit zu verwehren und mehr auf das Gewicht des Mediums zu setzen. 

 

 

Elisa Andessner: Was soll sein? (2005) © Andessner

Elisa Andessner

 

geb. 1983 in Leoben, lebt und arbeitet in Linz.

Studium der Experimentellen Gestaltung an der Kunstuniversität Linz.

Elisa Andessner arbeitet vorwiegend im Bereich Performance- und Videokunst. In ihren Arbeiten versucht sie Realität zu hinterfragen, zu verzerren und ihr unterschiedliche Blickwinkel zu geben. Ihre sehr körperlichen Performances konzentrieren sich auf die Deformation von Bewegung und Gesten.

Seit 2006 nimmt sie an internationalen Performance-Festivals u.a. in Vietnam, Spanien, Indonesien, Polen, Weißrussland, Belgien und den Niederlanden teil. Sie zeigte bereits Performances im Tanzquartier Wien, in Marseille, Köln, Berlin und Kiel.

 

Wolfgang Fuchs: Unlaut(erer Wettbewerb) (2012) © Fuchs

Wolfgang Fuchs

 

geb. 1974 in Steyr, lebt und arbeitet in Linz.

Fuchs beschäftigt sich seit den späten 1990er-Jahren mit Schallplatten, deren Wiedergabesystemen und Nutzungsmöglichkeiten als Instrumente der Neuen Musik. Weg von reinen Spontanimprovisationen mit umgewidmeten Klangspeichern verlagerte sich der Fokus auf die Etablierung strukturierter und reproduzierbarer Muster im makro- und mikrotonalen Bereich. Damit war und ist Fuchs auf Festivals wie etwa Complicitats/Barcelona, Kaleidophon/Ulrichsberg, Transart/Bozen, Turning Sounds/Warschau, Saptamana Muzicii Contemporane/Bukarest oder Wien Modern vertreten.

Seit ein paar Jahren werden die im performativ-musikalischen Akt nicht freigesetzten Qualitäten von Tonträgern mit kritischen Anmerkungen zum (Musik-)Markt angereichert und in neue physische Objekte und installative Äußerungen übergeführt.

 

http://turntabling.firstfloor.org

 

Reinhard Gupfinger: Klanginstallation IIE (Innsbruck 2008) © Gupfinger

Reinhard Gupfinger

 

geb. 1977 in Linz.

Gupfinger ist Künstler und Forscher im Bereich von Sound Art und Urban Interventions mit Sitz in Linz.

Themenschwerpunkte seiner Arbeiten sind Wahrnehmung, Dokumentation und Manipulation des akustischen Raumes. In diesem Kontext entwickelt er Klanginstallationen, Skulpturen und Interventionen im öffentlichen Raum.

 

http://gupfinger.net

 

 

 

 

Michael Hazod: Partiturblatt "in seidnpopia fapokt" (2012) © Hazod

Michael Hazod

 

geb. 1954 in Wels, lebt und arbeitet in Wels.

Gitarrestudium am Brucknerkonservatorium Linz bei Else Pührer und Tonsatzunterricht bei Helmut Schiff. 1980 Abschluss mit staatlicher Lehrbefähigung und 1981 Künstlerische Reifeprüfung am Konservatorium Linz. Anschließend Studium im Konzertfach Gitarre an der Hochschule für Musik in Wien bei den Professoren Scheit, Ragossnig und Würdinger. Parallel dazu Beginn als Gitarrenlehrer an der Landesmusikschule Wels. Seit 1981 entstanden viele Kompositionen und Bearbeitungen für die verschiedensten Besetzungen. Als Gitarrist spielt Hazod in verschiedensten Besetzungen vorwiegend Kammermusik. 1991 Gründung der Spielgemeinschaft ENSEMBLE WELS und des Vereines ENSEMBLE WELS. Seit 2009 Leiter der IGNM O.Ö. / Linz.

 

http://michael-hazod.at

 

 

Stefan Maria Heizinger: Du bist deine biografischen Details, Ausschnitt (2012) © Heizinger

Stefan Maria Heizinger

 

geb. 1975 in Linz, lebt und arbeitet in Salzburg.

Studium Malerei, Kameraarbeiten, Situationen, Ensembles an der Universität Mozarteum

"In meiner Arbeit geht es um Aneignung von Bildmaterial. Mich beschäftigt dabei die Frage, wie sich diese Bilder auf meine Wahrnehmung auswirken bzw. umgekehrt:

Wo dockt meine Wahrnehmung an diesen Bildern an? Welches neue Bild kann im Prozess der Auseinandersetzung gewonnen werden?"

(Stefan Maria Heizinger)

 

http://www.heizinger.org

 

 

 

 

 

Sabine Jelinek: Projektion (2012) © Jelinek

Sabine Jelinek

 

1969 geb. in Wien, lebt und arbeitet in Wien und Linz. 1993-99 Diplom-Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien, Malerei & Graphik bei Gunter Damisch und Fotografie bei Eva Schlegel.

1997-98 Erasmus-Stipendium, Universität der Künste Berlin, Multimedia bei Katharina Sieverding.

Seit 2008 Universitätsassistentin und Lehrbeauftragte, Kunstuniversität Linz, Institut für bildende Kunst und Kulturwissenschaften, Malerei & Grafik / Klasse Ursula Hübner.

2001-2009 Stipendien in New York, London, Rom und Sydney.

 

http://www.sabinejelinek.at

 

 

 

 

 

Martin Sturm: no title (2012) © Sturm

Martin Sturm

 

geb. 1981 in Gmunden, lebt und arbeitet in Wien.

2002-2008 Studium der Malerei und Graphik bei Ursula Hübner, Kunstuniversität Linz, Diplomarbeit mit dem Titel "foam ulcus".

2009 Mitgründer des Ausstellungsraumes "LOVE_Wien".

2012 Lehrauftrag an der CAL State Los Angeles.

Mitglied der Gruppe "Nervlich Blanko".

Der Arbeitsschwerpunkt Martin Sturms liegt in der Malerei und Multimedia-Installation.

 

http://www.martinsturm.eu 

 

 

 

 

Norbert Trawöger: "Time is money, John!" (2010) © Trawöger

Norbert Trawöger

 

geb. 1971 in Wels.

Norbert Trawöger ist spielender, schreibender und lehrender Musiker.

 

www.ente.me