MAERZ Literatur:

Für die Beweglichkeit 2012: Pastichen, Karten, Paraphrasen: Rubinstein, Jackson, Parschtschikow

Tage der Poesie: Mittwoch, 11. April 2012, 19.30 Uhr
mit Lew Rubinstein, Hendrik Jackson und Texten von A. Parschtschikow

Moderation: Florian Huber

 

in der Künstlervereinigung MAERZ

 

Lew Rubinstein (Moskau) liest aus seiner Kartothek; Hendrik Jackson (Berlin) liest Eigenes und übersetzungen von Gedichten von Alexej Parschtschikow (1954-2009)

 

(Die Originaldichtungen Parschtschikows liest dessen Witwe Ekaterina Drobyazko.)

 

Literatur als Kommentar zum Zeitgeschehen, der philosophische Reflexion mit Fundstücken aus dem urbanen Alltag kreuzt. So berühren Hendrik Jackson und Alexej Parschtschikow in ihren Texten den Zusammenhang von Wahrnehmung, Handeln und Sprache.

                                                                 

Neue Denkräume eröffnet auch die fragmentarisch-poetische Erzählweise von Lew Rubinsteins Kartothek. Ein virtuoses Kartenspiel über die allmähliche Verfertigung poetischer Rede.

 

Hendrik Jackson, * 1971 in Düsseldorf, lebt als Autor und übersetzer in Berlin. Neben seiner Arbeit als Lyriker, Essayist und übersetzer v.a. aus dem Russischen (Zwetajewa; Alexej Parschtschikow, Erdöl, 2011) ist er Herausgeber des Portals www.lyrikkritik.de. Letzte Einzelpublikationen: Dunkelströme, Gedichte, 2006; Im Innern der zerbrechenden Schale. Poetik und Pastichen, 2007 (beide bei kookbooks in Berlin). Co-Autor des poetologischen Gemeinschaftsbands Helm aus Phlox, Merve 2011.

 

Alexej Parschtschikow, * 1954 in der Nähe von Wladiwostok im Gebiet Primorje geboren und aufgewachsen in der Ukraine, verstarb 2009 in Köln, wo er seit 1995 gelebt hatte. 1985 wurde ihm der Andrej-Belyi-Preis zugesprochen, 2005 der russische Ehrenpreis "Literaturlegende". Zusammen mit Alexander Eremenko, Iwan Shdanow und Ilja Kutik wird er den so genannten Metarealisten zugerechnet. Bei kookbooks in Berlin erschien 2011 mit Erdöl ein von Jackson noch in Absprache mit dem Autor zusammengestellter Auswahlband.

 

Lew Rubinstein, * 1947, lebt als Poet und Essayist in Moskau. Er studierte Philologie und war sodann als Bibliothekar tätig. Seit Ende der 1960er-Jahre verfasst er poetische Arbeiten, seit 1974 serielle Textproduktionen als so genannte "Kartotheken". Zusammen mit Andrej Monastyrskij, Dimitrij A. Prigov und Vladimir Sorokin gilt er als wichtigster Vertreter des "Moskauer Konzeptualismus". Auf Deutsch erschienen bei Helmut Lang in Münster der Auswahlband Immer weiter und weiter (2001) und der Karteikasten Programm der gemeinsamen Erlebnisse (2003).

 

Gesamtprogrammübersicht Für die Beweglichkeit/Tage der Poesie 2012

 

(Festivalkonzept: Christian Steinbacher/Florian Huber)

 

Dank an BMUKK, Land OÖ, Stadt Linz, GAV