MAERZ Bildende Kunst:

Werner Feiersinger / Pepi Maier / Anita Witek

Ausstellungseröffnung Dienstag, 8. November 2005, 19.30 Uhr
Künstler/-innen. Werner Feiersinger, Pepi Maier, Anita Witek

Ausstellungsdauer: 9. November 2005 - 2. Dezember 2005

 

 

WERNER FEIERSINGER

Großformatige Fotos von Gebäuden und sonderbaren Objekten Le Corbusiers sind mehreren Skulpturen gegenübergestellt. Ein spinnenartiges Objekt, bestehend aus zwei ineinander geschobenen Strukturen aus weiß grundierten Flacheisen, steht im Dialog mit zwei Fotografien von Le Cabanon Roquebrune. In räumlicher Nähe zu dieser großen, offenen Struktur steht ein gleichsam verdichtetes, zylindrisches Einzelobjekt aus grün grundiertem Stahl mit einem modellierten Teil aus gegossenem Aluminium. Zwei Fotografien vom Kloster La Tourette sind einer zweiteiligen Skulptur - ein schaukelartiges Objekt zusammen mit einer voluminösen Bodenskulptur - gegenübergestellt.

 

Die Fotoarbeiten Feiersingers basieren auf einer langjährigen Recherche zum architektonischen Werk von Le Corbusier. Der Focus liegt dabei jedoch nicht allein auf den monumentalen Baukörpern, sondern zielt auf spezielle skulpturale Lösungen in und auf diesen Gebäuden. Als Ausgangspunkt seiner Skulpturen verwendet Feiersinger immer wieder Gebrauchsgegenstände und Dinge des Alltags, wobei er aber deren direkte und eindeutige Erkennbarkeit bricht und durch ihre Offenheit für mögliche andere Interpretationen unterläuft: Assoziationen mit Architekturen, Modellen, Designobjekten und Skulpturen der Moderne bilden oft zusätzliche Verweise und befreien die Objekte von einer direkten Zuordenbarkeit.

 

Werner Feiersinger, geboren 1966 in Brixlegg, Tirol - 1984-1989 Studium an der Hochschule für angewandte Kunst , Wien - 1993-1995 Jan van Eyck Akademie in Maastricht- lebt und arbeitet in Wien
 

 

Pepi Maier: Spinne (2005)

PEPI MAIER

"Elektroherd" - Bei dieser Arbeit ist der Entstehungsprozess eigentlich wichtiger als das Endprodukt.
Dargestellt ist ein Elektroherd. Das obere Ende der vier Stutzen sind die vier Herdplatten. Der untere Kubus ist das Backrohr. Auf einem "gewachsenen" Boden, einem Feld, wurde die Negativform mit der Hand und einem Messer in die Erde gegraben. Die Form wurde somit nur mit dem Tastsinn ermittelt. Anschließend wurde dieses Loch mit Gips gefüllt und nach Aushärtung das Objekt wie ein archäologischer Fund ausgegraben. Nachgearbeitet wurden nur die Rundungen der Herdplatten. Schmutz und Unförmigkeit bleiben. Ein sehr bewusster Schritt von den vielen Medien weg, zurück in archaische Gefilde.

 

Im Ausmaß von 1 x 1 m wird die Struktur eines Ackers gezeigt. Eine Silikonhaut mit der exakten Struktur und Zeichnung der Scholle liegt auf einem formunterstützenden Gipsblock. Es handelt es sich um einen Ausschnitt eines umgepflügten Feldes.

 

"Selbstporträt auf Behausung" ist eine Miniatur. Auf einer gefundenen, also realen Haselnuss mit einem kleinen Bohrloch des sogenannten Haselnussbohrers (Käfer) sitzt eine kleine menschliche Figur. Die Nuss wird somit zur Behausung.

 

Eine sitzende Katze wird durch eine Glasscheibe von unten fotografiert. Also Katze sitzt auf Glas. Es zeigt genau den Schnittpunkt - Berührungspunkt zwischen Katze und Boden.

 

Es ergeben sich Querverbindungen zwischen den einzelnen Arbeiten, die um das Thema Feld kreisen. Katze zum abgenommenen Boden - E-Herd Loch zum Loch in der Haselnuss usw. - Gedankengänge die verschiedene Arbeiten entstehen ließen.

 

Pepi Maier geboren 1959 in Passau geboren, 1984-1991 Studium an der Universität für Gestaltung, Linz - 1993-1994 Jan van Eyck Akademie in Maastricht, lebt und arbeitet in Linz
 

 

Anita Witek: Fotos

ANTIA WITEK 

In ihren Fotografien und Installationen untersucht Anita Witek die wechselseitigen Konstituierungen von Raum, Körper und Identität und deren Abgrenzungsmöglichkeiten zueinander. Das Verständnis und Erleben von Raum als Produktions- und Handlungsraum werden mittels der Positionen und Gesten, die in den Arbeiten festgemacht werden, immer wieder neu in Frage gestellt. Es geht dabei immer auch um die Parallelitäten von Zwecks- und Identitätsbezügen die sich an der Schnittfläche von Raum und Körper abspielen. (B.Clausen)

 

Anita Witek studierte auf der Universität für Angewandte Kunst in Wien und absolvierte einen MA in Fotografie am Royal College of Art in London.
Für 2002-2003 erhielt sie ein Auslandsstipendium am ISCP, New York. Ihre Arbeitspraxis umfaßt Fotografie, Video und Ton. Sie lebt und arbeitet in Wien.