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linzer notate 2+3/14: GÄRTEN UNBEGRENZT

19. September 2014 @ 19:00

ein literarischer Abend mit Manfred Bauschulte, Jonathan Bragdon, Ludwig Hartinger, Esther Kinsky, Farhad Showghi, Gisela Steinlechner

ZEITPLAN:

19:00 Uhr: Bauschulte, Bragdon, Showghi

20:30 Uhr: Hartinger, Kinsky, Steinlechner

in der Künstler- und Künstlerinnenvereinigung MAERZ, Eisenbahngasse 20, 4020 Linz

GÄRTEN, UNBEGRENZT – Unter diesem Motto werden zwei Ausgaben unserer literarischen Veranstaltungsreihe „linzer notate“ zu einem Abend gebündelt. Alle Beiträge treffen auf unterschiedliche Art das Motto.

Von Farhad Showghi und Esther Kinsky liegen neue Gedichtbücher vor. Showghis In verbrachter Zeit evoziert „eine Art Befreiung vom Zugriff“ und eine „Übereinkunft mit Gras und den Konturen der Büsche“, und Kinskys Naturschutzgebiet bedenkt einen aufgelassenen Park im Befragen der Grenzen zwischen Kultivierung und Wildnis. Ludwig Hartinger hat seine auf Slowenisch verfassten poetischen Einträge aus dem Karst ins Deutsche übertragen; der amerikanische Zeichner Jonathan Bragdon dagegen gibt seinen „consciousness portraits“ englischsprachige Aphorismen bei. Manfred Bauschulte und Gisela Steinlechner schließlich kommen von der Wissenschaft, und zwar einer, die sich auch poetischen Zugängen zu öffnen weiß: Bauschulte räsoniert über die Steine des Bildhauers Kart Prantl (1923–2010) in ihrer Umgebung, und Steinlechner formuliert einige Überlegungen zur kulturellen Topographie des Gartens.

2+3/14 sind die Nr. 117 und 118 der seit 1990 bestehenden Reihe linzer notate

Zu den Autorinnen und Autoren:

Manfred Bauschulte, *1956 in Ibbenbüren (Westfalen), lebt in Köln. Studium der Theologie, Philosophie, Literatur- und Religionswissenschaften in Bethel, Bielefeld und Berlin. Autor, Übersetzer, Herausgeber und Wissenschaftler im Bereich der Kultur- und Religionswissenschaft. Arbeiten zu Sigmund Freud und zu Marie Bonaparte, aber auch zu Film (Bresson, Dreyer) und Literatur (Michaux, Ponge). 2012 war er mit einem Doppel-Referat zu Char und Ekelöf Teilnehmer des Festivals Für die Beweglichkeit hier in Linz. Im Klever Verlag in Wien erscheint nach einer Arbeit zu Klaus Heinrich (Über das Ende der neolithischen Revolution, 2013) nun (zeitgleich zur Prantl-Ausstellung in der Albertina) der Essayband Versuch über die Festigkeit: Die Steinkunst von Karl Prantl.

Jonathan Bragdon, *1944 in Wilmington (Delaware, USA), lebt seit 1979 in Amsterdam. Er arbeitet als Bildender Künstler, und dabei in erster Linie als Zeichner feinsinniger (Bewusstseins-)Landschaften (siehe auch unsere laufende Ausstellung Hängende Gärten). Zuletzt entstanden nebenher eng mit dem Prozess des Zeichnens so genannter consciousness portraits verbundene Kurzgedichte, aus denen der Künstler im Zusammenspiel mit Projektionen solcher „portraits“ vortragen wird. Nach dem von der Berliner Galerie Aurel Scheibler 2013 herausgegeben Katalog Jonathan Bragdon – Tekeningen erscheint im Herbst 2014 im Berliner Revolver Verlag unter dem Titel DRAW ein diese consciousness portraits betreffender Band mit Abbildungen und auch Text.

Farhad Showghi, *1961 in Prag, aufgewachsen in der BRD und im Iran, lebt seit 1989 als Psychiater, Psychotherapeuth, Autor und Übersetzer in Hamburg. Nach Büchern bei Urs Engeler erschien heuer mit In verbrachter Zeit ein Band mit neuen Textminiaturen bei Kookbooks: Auch diesmal versucht der Autor Showghi in seiner poetischen Arbeit die Konturen möglichst dort zu fassen, wo sie sich abzulösen beginnen. Sein „Anderssprechen“ ertastet dabei Landschaften östlich von Isfahan, das Berblinger Weitmoos sowie einen Garten. Als Texte, „in denen sich, ihrer vordergründigen Unbedarftheit zum Trotz, ein dezidiert irreguläres Denken und Imaginieren kundtut“, hebt Felix Philipp Ingold die Arbeiten dieses Buchs hervor.

Ludwig Hartinger, *1952 in Saalfelden, lebt als Herausgeber (u. a. der „Ranitz Drucke“ der Edition Thanhäuser, seit 1994), Lektor und Übersetzer aus dem Französischen (zuletzt aus dem kongolesischen Frz. Fiston Mwanza Mujila) und Slowenischen (Srecko Kosovel) in Salzburg und auf dem Karst. Als Autor publizierte er Essays sowie Gedichte, die er in der Regel zuerst in slowenischer Sprache schreibt. Dies gilt auch für die bei Thanhäuser 2012 erschienene Sammlung Die Schärfe des Halms. Aus dem dichterischen Tagebuch 2001 bis 2012, eine Auswahl aus den Gedichtbüchern Ostrina bilk („Die Schärfe des Halms“, 2007) und Ostrina senc („Die Schärfe der Schatten“, i. V. für 2015), wobei die Originalform der zumeist 7-silbigen Vierzeiler im Deutschen abgewandelt wird.

Esther Kinsky, *1956 in Engelskirchen, lebt in Berlin und im südungarischen Battonya. Die bei Bonn aufgewachsene Slawistin ist seit 1986 als mehrfach ausgezeichnete Übersetzerin für russische, polnische (Joanna Bator, Zyta Rudzka, Magdalena Tulli u. a.) und englischsprachige Literatur (zuletzt die Neuübersetzung von David Henry Thoreaus Lob der Wildnis, 2013) tätig. Ab 1987 erschienen Kinderbücher, seit 2010 publizierte sie bei Matthes & Seitz einen Essayband, zwei Romane (u. a. Banatsko, der auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2011 stand) sowie 3 Gedichtbücher, darunter zuletzt Naturschutzgebiet mit Fotos und Gedichten auf einen verwahrlosten Park als „Betrachtungen über die Handhabung von Wachstum, Krankheit und Verfall“.

Gisela Steinlechner, *1961 in Kirchdorf/Tirol, lebt als Kulturpublizistin und Literaturwissenschaftlerin in Wien. Sie arbeitet an diversen literatur- und kulturwissenschaftlichen Forschungsprojekten zur Gegenwartsliteratur sowie zu Art brut, Pyschoanalyse und Alltagskultur, aber auch zur Kultur des Gartens („Der Garten als Schauplatz des Begehrens“, 2002; auch ein Text für die Ausstellung Im Garten im Stadtmuseum Nordico 2011 hier in Linz). Bei Jung und Jung gab sie 2013 den Band Der Hase!!!! des Gugginger Poeten Ernst Herbeck heraus. Und Steinlechner weiß sich auch zwischen Wissenschaft und Literatur zu bewegen, so etwa für die Kunstradioproduktion Fellpflege (2001), aber auch in der subtilen Durcharbeitung mancher ihrer Aufsätze.

Dank an Stadt Linz, Land OÖ, BMUKK, GAV

Details

Datum:
19. September 2014
Zeit:
19:00
Veranstaltungskategorie:

Veranstalter

Maerz Galerie
Telefon:
+43 732 77 17 86
E-Mail:
galerie(at)maerz.at

Veranstaltungsort

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Eisenbahngasse 20
Linz, Oberösterreich 4020 Österreich
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