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linzer notate 2/15

10. Juni 2015 @ 19:30 - 22:00

ein literarischer Abend mit Karin Fellner (München), Uljana Wolf (Berlin) und Eugeniusz Tkaczyszyn-Dycki (Warschau); Übersetzung: Michael Zgodzay)

KLARE RISSE: In ihrem Spiel zwischen den Sprachen zelebriert ULJANA WOLF „ein permanentes Fremdsein als das Eigene“ (Jan Kuhlbrodt). KARIN FELLNER erarbeitet in ihrem Gedichtzyklus einen zunehmenden Rückzug aus der Wirklichkeit. Und der für intensive Auftritte bekannte EUGENIUSZ TKACZYSZYN-DYCKI begibt sich in seinen poetischen Handlungen einer „Profanierung des Reinen“ (so der Übersetzer Michael Zgodzay) an Randzonen der Existenz und der Gesellschaft.

Konzept der Reihe und dieser Ausgabe:

Christian Steinbacher

2/15 ist die Nr. 122

der seit 1990 bestehenden Reihe linzer notate

Karin Fellner, * 1970 in München, wo sie als Autorin, Literaturwissenschaftlerin, Moderatorin von Lyriklesungen und Schreibcoach auch heute lebt. Sie ist Mitglied der Autorengruppe „Reimfrei“. Ausgezeichnet wurde sie zuletzt 2012 mit dem RAI-Medienpreis beim Lyrikwettbewerb Meran. Seit 2005 erschienen einige Gedichtbände, 2015 in der Kölner parasitenpresse das Buch Ohne Kosmonautenanzug. Die Poetin, Skarda (abgeleitet von Scardanelli/Hölderlin), die Närrin und Anako Retin (von Anachoretin, also die Einsiedlerin) geben die Stimme je eines Kapitels, mit denen Fellner disparates Material zum Gesang eines Rückzugs fügt.

Uljana Wolf, * 1979 in Berlin, lebt in Berlin und New York. 2005 erhielt sie als bislang jüngste Autorin den renommierten Peter-Huchel-Preis für ihr bei Kookbooks verlegtes Debüt kochanie ich habe brot gekauft, wo 2014 auch meine schönste lengevitch erschienen ist. Laut Verlagstext „graben diese Gedichte an den Schnittstellen von Markt, Macht, Märchen und Mehrsprachigkeit“. Die Texte speisen sich aus dem Sprachwechsel, aber auch aus zahlreichen Bezügen von der Hysterikerin Anna O. bis zu Jakobsons Schriften über Aphasie. Wolf arbeitet zudem als Übersetzerin vor allem aus dem Englischen (und hat auch an der Dycki-Übersetzung mitgewirkt).

EugeniuszTkaczyszyn-Dycki, * 1962 in Wólka Krowicka an der polnisch-ukrainischen Grenze, lebt in Warschau. Er gilt als literarischer Einzelgänger, der durch seine legendären Auftritte in Polen zum Kultautor avancierte. Sein mit dem Nike, dem relevantesten Literaturpreis Polens ausgezeichnetes Werk umfasst vor allem Gedichtbände. Nach Geschichte polnischer Familien (2012; Polnisch 2005) gab jetzt die Edition Korrespondenzen eine Auswahl aus früheren Arbeiten als Tumor linguae heraus. Ein Set weniger Motive wird variierend beschwört: die Schizophrenie der Mutter, das Sterben des Freunds, ein Totentanz der Herkunft. Der Übersetzer Michael Zgodzay (* 1974 in Chorzów, lebt als Wissenschafter in Potsdam) ortet eine Gemeinsamkeit zwischen der poetischen Sprache und Erfahrungen, in denen Sprache als solche zu versagen droht, und nennt Dyckis Stil düster, aber auch karnevalesk beschwingt.

Ausstellungsrundgang "zu Egon Hofmann"

Dank an: BMUKK, Land OÖ, Stadt Linz, GAV , Polnisches Institut Wien

Details

Datum:
10. Juni 2015
Zeit:
19:30 - 22:00
Veranstaltungskategorie:

Veranstalter

Maerz Galerie
Telefon:
+43 732 77 17 86
E-Mail:
galerie(at)maerz.at

Veranstaltungsort

Maerz Galerie
Eisenbahngasse 20
Linz, Oberösterreich 4020 Österreich
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