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Jonas Mekas linzer notate 4/13 (EXTRA)

27. Oktober 2013 @ 19:00 - 23:30

Der legendäre New Yorker Filmer und Poet JONAS MEKAS gastiert im Rahmen einer Tournee zum Erscheinen seines Gedichtbands Alt ist dieses, unser Sprechen im Matto Verlag (Köln) in der Künstlervereinigung MAERZ. Begleitet wird er von der Übersetzerin CLAUDIA SINNIG und dem Hamburger Dichter SCHULDT.

 „Sein Gespür für die Einzigartigkeit von Licht, Farbe und Düften seiner Heimatregion, im Norden Litauens, ist, wie sich in den Idyllen zeigt, die eines Visionärs, der den irdischsten Details der Wirklichkeit eine höhere Intensität verleiht. Das erklärt, warum er sowohl ein Poet als auch ein Poet von Dingen ist, die der Film aufnimmt und bewahrt.“ (Czesław Miłosz über den Dichter Mekas)

 „Ich bin mir nicht sicher, ob ich andere Filmemacher oder Künstler beeinflusst habe. Meine Aufgabe war die einer Hebamme, die zerbrechlichen, neugeborenen Wesen hilft, die ersten Schritte in dieser Welt zu überleben. Meine Aufgabe war die eines Beschützers, der hilflose Neugeborene vor den Angriffen des Establishments schützt.“ (Mekas in einem Interview für die Filmzeitschrift Revolver, 2005)

Der Gedichtband Alt ist dieses, unser Sprechen weist auf die literarischen Anfänge dieser 1922 in einem Dorf bei Biržai in Litauen geborenen Schlüsselfigur des US-amerikanischen Avantgarde-Films, der mit Persönlichkeiten wie etwa Salvador Dalì, Jackie Kennedy, George Maciunas, Andy Warhol gearbeitet hat und zu dessen filmischem Werk im Vorjahr eine große Ausstellung im Centre Pompidou und dieses Frühjahr im Filmmuseum in Wien stattfand.

 „Mekas’ Blick gilt der dionysischen Seite des Daseins“ und „den einfachen Freuden“, ist in einer Kritik zur Ausstellung zu lesen. Und Verrichtungen des Alltags sind es, die auch Mekas’ auf Litauisch geschriebene Poesie bestimmen. Als Displaced Person im Nachkriegsdeutschland der 1940er-Jahre schrieb er nicht nur Tagebücher (deren Herausgabe für 2014 ebenfalls im Matto Verlag geplant ist), sondern auch Lyrik in Erinnerung an seine ferne ländliche Herkunft.

 Wie sein filmisches Tun sind auch diese Sprache und ihre Bilder stets konkret, metaphernfrei, schlicht und authentisch („Ich dachte an eine gegenständliche, dokumentarische Lyrik“ notierte Mekas). Das aktuelle Buch enthält neben den Semeniškių Idilės (Semeniškiai-Idyllen) auch den 1951 in New York entstandenen Zyklus Reminiscensijos (Reminiszenzen). Zur Übersetzung durch Claudia Sinnig notierte der Deutschlandfunk, dass es ihr gelungen ist, „diese Gedichte so zu übersetzen, daß sie ein schwebendes Flair ausstrahlen und auf magische Weise leuchten.“ (Sinnig, geboren 1965 in Gotha, lebt als Essayistin und Übersetzerin im Oderbruch.)

 Mekas’ „Offenherzigkeit“ (so Sinnig), die seinem filmischen Werk zugesprochen wird, gilt ebenso für seine Person wie auch für sein Schreiben. Ein Abend lebendiger Überraschung ist garantiert. Nicht zuletzt auch dadurch, dass Mekas bei diesem für Österreich einzigartigen Auftritt von dem ihm in Freundschaft verbundenden Hamburger Poeten Schuldt begleitet wird, der auch einführende Worte und sich selbst zu Gehör bringt.

 Von Schuldt, Jg. 1941 und nach vielen Jahren in New York und in China jetzt wieder vor allem in Hamburg lebend, ist soeben im Rowohlt Verlag eine erweiterte Neuauflage seines 1981 erstpublizierten In Togo, dunkel (ergänzt um Zeichnungen der südamerikanischen Yanomami für Lothar Baumgarten) erschienen, die hier gleichfalls empfohlen werden soll.

 Und für den „Zufall“: Was sagt Mekas’ Filmtagebuch 365 Day Project (2007) für den 27. 10.?

http://jonasmekas.com/365/day.php?month=10&day=27

Dass auch das Rurale seine Erinnerung halte, empfehlen wir zur Bekömmlichkeit etwa den 28. 8.: http://jonasmekas.com/365/day.php?month=8&day=28

Im Sinne eines „linzer notate EXTRA“ fungiert diese Veranstaltung trotz ihrem Abweichen vom üblichen Format als Ausgabe 4/13 der MAERZ-Reihe „linzer notate“. 

Dank an Land OÖ, Stadt Linz und BMUKK

Ausstellungsrundgang "zu Egon Hofmann"
Ausstellungsrundgang "zu Egon Hofmann"

“Alt ist dieses, unser Sprechen”
Gedichte Matto Verlag, Köln / 2012

Details

Datum:
27. Oktober 2013
Zeit:
19:00 - 23:30
Veranstaltungskategorie:

Veranstalter

Maerz Galerie
Telefon:
+43 732 77 17 86
E-Mail:
galerie(at)maerz.at

Veranstaltungsort

Maerz Galerie
Eisenbahngasse 20
Linz, Oberösterreich 4020 Österreich
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