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LINZER NOTATE 1/09

Vor Bauers Atelier in Gunskirchen, Foto: CS

MAERZ Literatur:

linzer notate 1/09

ein literarischer Abend

Freitag, 30. Jänner 2009, 19.30 Uhr

mit

Elfriede CZURDA, Hartmut GEERKEN, Waltraud SEIDLHOFER ("FÜR JOSEF BAUER")

Moderation: Christian Steinbacher

 

Diese erste Ausgabe der „linzer notate“ im Jahr 2009 ist dem Bildenden Künstler JOSEF BAUER gewidmet, der dieser Tage seinen 75-ten Geburtstag feiert.

 

Der in Gunskirchen geborenen und in Linz lebende Künstler, der noch in den 1960er-Jahren für wesentliche Teile seiner Arbeit den Begriff „taktile Poesie“ gefunden hat, fand mit seinem exemplarischen Werk immer wieder auch im internationalen Feld der Sprachkunst große Beachtung.

 

Neben Waltraud Seidlhofer und Elfriede Czurda als Weggefährtinnen von hierzulande wird auch der mit dem Künstler befreundete vielseitige Schriftsteller, Musiker und Mykologe Hartmut Geerken ERSTMALS in Linz zu Gast sein.

 

Geerken ist Biograph von Sun Ra, Herausgeber der Werke von Mynona, Mitglied des Art Ensemble of Chicago, war Schauspieler in Filmen Achternbusch’ und vieles andere mehr. Das Werk Geerkens gilt in seiner „sorgfältigen Chaotik“ als Kritik an einer von hierarchischer Determination pervertierten westlichen Zivilisation. Der exzellente Performer, dessen Werk vom bewussten Einsatz von Störungen und Zufällen gekennzeichnet ist und der in seinen Arbeiten oft diverse Textarten zu polyglotten Geweben überlagert und dabei oft externe Textquellen mit je anderen und Eigenem verzwirnt, liest u. a. aus seinen „gesängen zur verherrlichung des genitivs“ (ogygia. vom ende des südens, Aisthesis Berlag 2004).

 

Seidlhofer und Czurda lesen aus ihren jüngsten Publikationen.

Die lyrischen Notate in Seidlhofers boote in den museen (Mitter Verlag 2004) umspielen das „Bechreiben“ als  Sujet (und es gilt: die Anlässlichkeiten finden sich im Prinzip im Verlauf des Notierens).

Und der Band ich, weiß (Edition Korrespondenzen 2008) von Elfriede Czurda (die aktuell mit dem Würdigungspreis für Literatur 2008 ausgezeichnet wurde) ist als „mikro-essays für die westentasche“ untertitelt: eine  Sammlung von 365 Stenogrammen: täglich 12 Zeilen, ein Ding, eine Stimmung, eine Erinnerung oder auch nur den Schreibtisch fokussierend, eine „Schule der Wahrnehmung des Alltäglichen auf unalltägliche Weise“.

 

 

Dank an: BMUKK, Land OÖ, Stadt Linz, GAV

 

[Konzept der Reihe und dieser Ausgabe: Christian Steinbacher]

 

 

 

Elfriede Czurda, geboren 1946 in Wels, lebt nach vielen Jahren in Berlin seit 2007 wieder in Wien. Seit 1978 erschienen Bücher mit Prosa, Gedichten, Hörspieltexten und Essays u. a. im rainer verlag, bei Rowohlt und bei Droschl. 2006 wurde ihr eine Sondernummer der Zeitschrift Die Rampe gewidmet. Seither verlegten der Verbrecher Verlag in Berlin den Prosaband Krankhafte Lichtung (2007) und die Edition Korrespondenzen in Wien die Textsammlung ich, weiß (2008). AUGEZEICHNET MIT

                     

Hartmit Geerken, geboren 1939 in Stuttgart, lebt seit 1984 in Herrsching am Ammersee. Geerken ist nicht nur Autor von Prosa, Gedichten und zahlreichen Hörspielen, sondern auch in vielen anderen Bereichen aktiv. So war Geerken 1966 bis 1983 Mitarbeiter der Goethe-Institute in Kairo, Kabul und Athen, arbeitete als Komponist und als Musiker im Bereich des Free Jazz (etwa als Mitglied des Art Ensemble of Chicago), ist Biograph von Sun R, war Darsteller in Filmen Achternbusch’ und ist als Mykologe, aber auch als Publizist und Herausgeber (Salomo Friedlaender/Mynona, Anselm Ruest, Victor Hadwiger u. a.) sowie als Organisator hervorgetreten. Seine literarische Produktion beginnt Anfang der 1960er-Jahre, in den 1980er-/1990er-Jahren erschienen Bücher v. a. bei Klaus Ramm (zuletzt: kant, 1998), seither publiziert er Bücher, Mappen und CDs großteils im Eigenverlag „waitawhile“ (forschungen etc., 2006; klafti, 2007; kyrill, 2007; soyd, 2008). 2004 erschienen zudem im Aisthesis Verlag die „25 gesänge zur verherrlichung des genitivs“ ogygia. vom ende des südens.

 

Waltraud Seildhofer, geboren 1939 in Linz, lebt in Thalheim bei Wels. Seit 1976 erschienen mehrere Prosa- und Lyrikbände u. a. in der edition neue texte, im Blattwerk, bei Pangloss und im Ritter Verlag (ihr letzter Prosaband gehen. ein system, 2006). Im Herbst  2008 gab der  Mitter Verlag ihren aktuellen Lyrikband boote in den museen. Für Herbst 2009 ist im Klever Verlag ein neuer Prosaband angekündigt.