MAERZ Bildende Kunst: |
Kunst.Messe.Linz.2008 |
Ausstellungseröffnung: |
Freitag, 21. November 2009, 19.00 Uhr |
Künstler/-innen: |
Dagmar Höss, Pia Schauenburg |
in der OÖ Landesgalerie
Ausstellungsdauer: Samstag 22. November 2008, 10.00 - 20.00 Uhr
Sonntag 23. November 2008, 10.00 - 18.00 Uhr
Die Künstlervereinigung MAERZ präsentiert bei der Kunstmesse 2008 Arbeiten der Mitglieder Dagmar Höss und Pia Schauenburg.
Dagmar Höss
Projekt 1 *Geordnete Verhältnisse*
(Druckgrafische Serie, 2008)
Die vier Druckgrafiken sind im Rahmen eines Kalenderzyklus entstanden. Basis dafür war die Auseinandersetzung mit der Geschlechterdifferenz, dem Vergleich von Einkommen und Karrieremöglichkeiten von Männern und Frauen. Die Bildfolge hinterfragt mit einem Augenzwinkern alte und neue Wertvorstellungen, (Selbst-)Ansprüche und Stereotypen rund um die Position der Frau in der Gesellschaft. Das Bildmaterial dafür stammt zum Teil aus Werbesujets in Frauenzeitschriften der 50er, 60er und 70er Jahre, zum anderen Teil sind es Verfremdungen eigener Fotografien, ergänzt mit Zeichnungen, die als Siebdrucke Offsetdrucke überlagern.
Vier Blätter - vier Ideale - vier Mythen
Blatt 1 * Sanfte Unschuld *
Spätestens seit Marilyn Monroe und Brigitte Bardot hat die Verführung auch einen Namen. In den Ratgebern der 60er Jahre wird den jungen Mädchen und Ehefrauen zwar empfohlen, erst ihre Unschuld und später ihr ansehnliches Äußeres für die große Liebe so lange wie möglich zu bewahren, die erotische Seite der Frauen blieb jedoch offiziell lange Zeit sogar aus den ehelichen Schlafzimmern verbannt. Erotik und Sexualität hafteten Verruchtheit und Frivolität an - und so sehnten sich die Männer nach der wilden Tigerin, heirateten aber das sanfte Lämmchen.
Blatt 2 * Tüchtige Mutter *
„Mutterschaft sei die Berufung der Frau! “, so sprach Kardinal Innitzer bei den offiziellen Feiern zum Muttertag 1935 davon, dass „nun endlich die Zeit kommen möge, in der die Mutterschaft zum leuchtenden Vorbild werde, dem alle Frauen mit freudiger Opferbereitschaft folgen“. Und die immer wieder betonte empathische Verbindung zwischen Mutter und Kind machte es den Vätern der Vergangenheit leicht, sich bei der Ver-sorgung und Erziehung der Kinder im Hintergrund zu halten. Allerdings wurde noch bis ins 18. Jahrhundert hinein der Beziehung zwischen Mutter und Kind eine gar nicht so große Bedeutung beigemessen. Ganz im Gegenteil: Viele Kinder wurden gleich nach der Geburt zur Amme weitergegeben und von ihr versorgt. Erst die hohe Kindersterblichkeit und ein daraus resultierender Mangel an Soldaten führten dazu, dass Kinder erstmals wieder von ihren eigenen Müttern gestillt und aufgezogen wurden und der biedermeierlichen Familie ein hoher Stellenwert zukam.
Heute finden die unterschiedlichsten Lebenskonzepte Anwendung, vom bewussten Verzicht auf „Mutterschaft als die Erfüllung des Frauseins“ über die „Verwirklichung in Beruf und Familie“ bis zur „Vollzeitstelle Mutter und Hausfrau”. Unschwer lässt sich darin erkennen, dass es kein Geheimrezept für das Lebensglück gibt.
Blatt 3 * Fröhliche Hausfrau *
Vor allem in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts kam es zu einer Polarisierung von Lohnarbeit und Hausarbeit. Lohn zu erhalten bedeutete hierarchisch besser gestellt zu sein und in den Familien hatte das Sagen, wer das Geld heimbrachte. In der Werbung der 60er und 70er Jahre wird die Frau trotz einer hohen Zahl berufstätiger Frauen ins Heim und an den Herd beordert. Das hatte allerdings bereits Tradition, denn nach dem Krieg, zehn Jahre zuvor, wurde ebenfalls das Ideal der Haufrau und Mutter geprägt, um den heimkehrenden Soldaten Arbeit zu verschaffen. Die „Königin des Haushalts“ fegt mit überschäumender Freude über die neuen, funkelnden Hauhaltsgeräte. Und zum Glück sind die Küchen auch so klein, dass sich nur eine Person - natürlich mit Blick auf die im Wohnzimmer spielenden Kinder - darin arbeiten kann.
Blatt 4 * Strahlende Schönheit *
Schönheit gilt ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert als Attribut des Weiblichen schlechthin - und seit damals widmet sich eine ganze Industrie diesem Thema. Auch schlank zu sein<s> </s>vermittelte schon in der Vergangenheit einen gehobenen sozialen Status. Eine Dame von Welt sollte um 1900 weder grobschlächtig noch muskulös sein. So ist auch die Überhöhung eines konstruierten Schönheitsideals keine Erfindung der Gegenwart. Doch letztere liefert uns erheblich mehr Möglichkeiten, die Abweichungen des eigenen Körpers vom Ideal auszumerzen. Schönheit muss leiden: Mit etwas Mühe und Investition schafft die Schönheitschirurgie, was kein Fitnessplan und keine noch so radikale Diät könnte: Die perfekte Frau ... oder etwa doch nicht?
Pia Schauenburg
SKYLINES 0.1 ist eine Studie zur Auslotung der Grenzen zwischen Video und Zeichnung im strengsten Sinne. Zur Verwendung kommen weder Zeichnungen in animierter Form noch vom Computer generierte Linien. Das Material besteht ausschließlich aus Videoaufnahmen.
Der Himmel wird zur Zeichenfläche, auf denen Flugzeuge die Linien hinterlassen.
Biographien:
Dagmar Höss
* 1969 in Wels
Studium an der Kunstuniversität Linz, Meisterklasse Textil, mit Schwerpunkt Siebdruck
Postgraduales Studium am Institut für Kulturwissenschaften Wien, Museums- und Ausstellungskuration
Zahlreiche Ausstellungen, Stipendien und Auslandsaufenthalte
Lebt und arbeitet als Künstlerin, freie Kuratorin und Kunstvermittlerin in Linz und Wien.
Pia Schauenburg
1977 geboren in Mönchengladbach, NRW, Deutschland
1998 Studium für Experimentelle Visuelle Gestaltung, Kunstuniversität Linz
2001 einjähriger Studienaufenthalt am College For Architecture and Fine Arts, University of Illinois at Chicago, USA,
2006 Diplom
2007 Mitglied der Künstlervereinigung MAERZ
Mehrere Stipendien, Teilnahme an diversen Ausstellungen, lebt und arbeitet in Linz




